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Anlagestrategien

Welche Anlagestrategien verfolgen Hedgefonds?

Im Spektrum der alternativen Anlageformen (Public Market) haben sowohl die Hedgefonds als auch die Managed Futures einen sehr hohen Stellenwert. Beide Konzepte werden in der Praxis häufig verwechselt, da sie auf dem gleichen Grundgedanken basieren - nämlich dem Erwirtschaften von Renditen bei steigenden und fallenden Kursen. Unter "Managed Futures" versteht man die professionelle Vermögensverwaltung über so genannte Commodity Trading Advisors (CTA) unter ausschließlicher Verwendung börsengehandelter Futures. Wie die Grafik verdeutlicht, stehen im Bereich der Hedgefonds vielfältige potenzielle Strategie-Optionen zur Verfügung. Die gängigsten werden im folgenden Überblick kurz beschrieben:

 

Relative Value - Strategien

Convertible Arbitrage

Diese Strategie nutzt Preisineffizienzen zwischen verschiedenen Wertpapierarten: Der Fondsmanager kauft die Wandelanleihe (Convertible Bond) eines Unternehmens und verkauft gleichzeitig die zugrunde liegende Aktie. So kann er Erhöhungen der Aktienvolatilität oder eine Verbesserung der Bonität des Schuldners ausnützen.

Fixed Income Arbitrage

Die Fixed Income Arbitrage nutzt Kursungleichgewichte zwischen verwandten Anleiheinstrumenten. Dabei werden Rentenpapiere (oftmals Staatsanleihen) gekauft und gleichzeitig Instrumente, die diese Papiere nachbilden, leer verkauft. Ziel ist es, vom Kursungleichgewicht zwischen der gekauften Anleihe und dem leer verkauften Instrument zu profitieren.

Equity Market Neutral

Hier hält der Manager leer verkaufte (short) und gekaufte (long)  Aktienpositionen in gleicher Höhe und ist so unabhängig vom Auf und Ab der Märkte. Es kommt nur auf seine Fähigkeit an, die richtigen Aktien auszuwählen.

Ein Beispiel:

Ein Hedge-Fonds-Manager ist überzeugt, dass sich Aktien von Firma X besser entwickeln werden als von Firma Y. Er kauft also Aktien X-Papiere und verkauft Y-Titel leer. Sein Gewinn wird umso höher, je größer der Kursvorsprung von X ist. Dabei kommt es nur auf den Kursunterschied an, nicht darauf, ob die Aktien insgesamt im Kurs nach oben gehen.

 

Event-Driven-Strategien

Risk Arbitrage

Die Risk Arbitrage profitiert von Firmenfusionen oder Umstrukturierungen in Unternehmen. Nachdem die Fusion angekündigt wurde, kauft der Hedge-Fonds-Manager die Aktie des Übernahmekandidaten; er setzt damit auf einen Kursanstieg. Zusätzlich verkauft er die geliehene Aktie des übernehmenden Unternehmens leer.

Distressed Securities

Diese Strategie spezialisiert sich auf Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. Sie sind oft inmitten einer Umstrukturierungsphase. Der Hedge-Fonds kauft z.B. die Anleihen (niedrigeres Risiko) oder Aktien (höheres Risiko) des Unternehmens. Ist die Neustrukturierung erfolgreich, steigen sie deutlich im Wert; der Hedge-Fonds erzielt einen guten Gewinn.

Special Situations

Sie Strategie spezialisiert sich auf besondere Situationen, welche den Markt, meist unter starker Zunahme der Volatilität, kurzfristig beeinflussen können. (Greenspan Rede, politische Ereignisse, usw.)

 

Opportunistic-Strategien

Direktionale (zielgerichtete) Strategien basieren auf Marktprognosen und nutzen globale Trends aus.

Long/Short Equity

Bei der Long-Strategie kauft der Fondsmanager Aktien, um von steigenden Kursen zu profitieren. Bei der Short-Strategie verkauft er zunächst geliehene, überbewertete Wertpapiere, um sie später zu einem niedrigeren Börsenkurs wieder zurückzukaufen. Long/Short Equity ist eine direktionale, also zielgerichtete Trading-Strategie. Der Fondsmanager muss einschätzen, in welche Richtung die Kurse oder deren Volatilität gehen.

Dedicated Short Bias

Hier konzentriert sich der Fondsmanager (fast) vollständig auf den Leerverkauf (short) von Wertpapieren. Er sucht dazu z.B. Aktien, deren Kurs  nach Ansicht des Managers zu hoch ist. Diese Papiere leiht er sich zuerst und verkauft sie dann sofort. Da die Aktien überbewertet sind, erwartet der Manager, dass ihr Kurs sinkt und er sie zu einem niedrigeren Preis zurückkaufen kann.

Emerging Markets

Manche Hedge-Fonds haben sich auf Aktien- und Rentenwerte aus Schwellenländern wie z.B. Brasilien, Indien oder Russland spezialisiert. Dabei investieren sie nicht nur in diese Wertpapiere, sondern setzen ebenfalls die Techniken Leerverkauf, Fremdkapitalaufnahme und Derivate ein.

Managed Futures

Ein Future ist ein beidseitig bindender Vertrag, bei dem vereinbart wird, eine Ware an einem bestimmten Tag zu einem vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Die tatsächliche Erfüllung (Lieferung und Bezahlung) erfolgt erst später. Mit einem Future kann eine Summe angelegt werden, die die vorhandenen finanziellen Mittel um ein Vielfaches übersteigt. Futures werden stets an der Börse gehandelt. Ihr außerbörsliches Gegenstück nennt man Forward. Managed-Future-Fonds kaufen Futures und Forwards. Sie erwerben so Positionen in den weltweiten Finanz-, Währungs-, Energie-, Metall- und Landwirtschaftsmärkten. Der Fonds kann dabei „Long“- oder „Short“-Positionen halten.

Global Macro

Global-Macro-Fonds achten auf makroökonomische, also gesamtwirtschaftliche Veränderungen. Sie versuchen einzuschätzen, in welche Richtung globale Trends und Ereignisse den Markt treiben werden. Das Ziel ist,  Kursausschläge durch geänderte Wirtschaftsprognosen oder politische Ereignisse vorherzusagen. Geht ein Fondsmanager z.B. von sinkenden Ölpreisen aus, nimmt er Leerverkäufe von Ölkontrakten vor. Global-Macro-Fonds greifen oft auf Fremdkapital zurück, um ihre Rendite zu erhöhen.

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